Archiv für September 2012

Prozess gegen Mitglieder der „Kameradschaft Emsland“

Am 03.09.2012 fand vor dem Amtsgericht Lingen ein Prozess gegen vier Mitglieder der neonazistischen „Kameradschaft Emsland“ statt. Jörg Bollmer, Andreas Schulz, Thomas Stratmann und Peter Köhler (alle aus Lingen) wurde seitens der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, im letzten Jahr auf dem Altstadtfest in Lingen Körperverletzungen begangen zu haben.

Am Sonntag, den 18.09.2011 kam es, wie auch schon einen Tag zuvor zu Übergriffen von Neonazis auf AntifaschistInnen und nicht-rechte Jugendliche. Diese Angriffe wurden im Vorfeld von Andreas Schulz und Daniel Borker (Lingen) über das soziale Netzwerk „Facebook“ angekündigt:

„[da]mit diese scheiße ein für alle mal aufhört.“, „Na dann komm mal auf das altstadtfest Da haben wir viel spaß Perry.“, „[…] aber die scheisse hört nicht von alleine auf da müssen wir rüber ein für alle mal !!!“ [Fehler im Original].

(Artikel zum Altstadtfest: http://de.indymedia.org/2011/09/316541.shtml)

Am Tattag kam es zuerst zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Neonazis und AntifaschistInnen. Zu Angriffen kam es dann seitens Peter Köhler, der einem Antifaschisten Pfefferspray ins Gesicht sprühte. Eine weitere Person versuchte er zu schlagen und trat dieser Person, die daraufhin zu Boden fiel, mehrfach in die Rippengegend. Zusammen mit Thomas Stratmann schlug Peter Köhler auf eine dritte Person ein.

Die Tatbeteiligung von Andreas Schulz und Jörg Bollmer konnte während des Verfahrens letzlich nicht geklärt werden. Zwar wurde von Zeugen bestätigt, dass sich beispielsweise Jörg Bollmer an den Gewalttaten u.a. durch das Werfen eines Schildes beteiligte, jedoch ging der Richter auf diese Tatvorwürfe nicht weiter ein, sodass Bollmer und Schulz freigesprochen wurden.

Peter Köhler, einschlägig vorbestraft, bekam eine neunmonatige Haftstrafe, die zu einer dreijährigen Bewährung ausgesetzt wurde. Hinzu kam neben der Körperverletzung eine Beleidigung, da er sich am Tattag gegen die Ingewahrsamnahme von Andreas Schulz sowie seiner eigenen verbal durch Beleidugungen wehrte.

Thomas Stratmann, ebenfalls einschlägig vorbestraft (https://linksunten.indymedia.org/de/node/32857), wurde wegen Körperverletzung zu einer viermonatigen Haftstrafte verurteilt. Diese stammte jedoch aus einem zweiten Verfahren gegen ihn, welches parallel zu dem hier beschriebenen Prozess geführt wurde. Stratmann hatte im Januar 2012 in der Lingener Diskothek Joker einer Person ins Gesicht geschlagen.

Facebook Screenshot vom 09.08.2011
Facebook Screenshot vom 09.08.2011

Nazischmierereien in Lingen

In der Nacht zum 11.08.2012 haben Neoazis in Lingen erneut Parolen gesprüht und rechte Plakate geklebt.

An der Unterführung Nordbrücke wurden Plakate mit neonazistischem Inhalt verklebt, „Anti-Antifa“ und „Nationaler Sozialismus JETZT“ gesprüht sowie linke Sprühereien übersprüht.
Ebenso wurde in der selben Nacht an einer Wand der Unterführung Bahnhof/Theo Lingen Platz „Nationaler Widerstand“ geschrieben.

Nein zu Nazipropaganda! Nein zu Nazischmierereien!


„Anti Antifa“ – Aufmerksame Mitmenschen überpinselten das „Anti“ mit weißer Farbe


Unterführung Nordbrücke


Unterführung Bahnhof / Theo Lingen Platz

Lingener Neonazi bedroht Jugendliche

Am Freitag dem 25.05.2012 kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Lingener Neonazi Lars Bremer und einer Gruppe Jugendlicher.

Drei Jugendliche waren um 23:00 Uhr mit dem Fahrrad unterwegs, an dem Dortmund-Ems-Kanal, in Schepsdorf. Sie wiesen lediglich einem Radfahrer darauf hin, dass er kein Licht habe, ohne die Vorahnung zu haben, dass die Person rechter Gesinnung ist.

Auf dem Hinweis der Jugendlichen reagierte die Person aggressiv und bedrohend. Er schmiss sein Fahrrad weg und beleidigte ein Mädchen als „widerliches Braunauge“ und „Ausländerhure“. Ein weiteres, Schwarzes Mädchen, das zu Hilfe kam, beleidigte er als „dreckige Negerhure“ und „Salafistenschwein“, dabei gab er sich als „stolzer Nationalsozialist“ aus. Die beiden Mädchen bedrohte Bremer damit, dass er sie am liebsten möchte aufschlitzen oder von der Kanalbrücke schubsen.

Die Jugendlichen hatten große Angst und flohen vor dem Neonazi der ihnen aber folgte. Die Polizei wurde gerufen und Anzeige erstattet. Der Neonazi wurde von der Polizei mitgenommen.

Diese Auseinandersetzung ist ein Beispiel dafür, mit welcher Art Neonazis Menschen bedrohen, die nicht in ihr rassistisches und menschenverachtendes Weltbild passen.

Solidarität mit den Opfern rechter Bedrohung und Gewalt!