Neonaziszene feiert im Schützenhaus

Bereits zum sechsten Mal fand im letzen Jahr eine Party der neonazistischen Szene in den Räumlichkeiten des „Schützenverein Schwedenschanze und Umgebung e.V.“ an der Schwedenschanze in Lingen statt. Etwa 50 Personen der regionalen, aber auch überregionalen Neonaziszene fand sich am Abend des 15. Dezember zusammen, um gemeinsam zu trinken, zu feiern und dabei Rechtsrock zu hören.

Am vorherigen Abend verplapperte sich Andre Lüken, ein Mitglied der Kameradschaft Emsland, im betrunkenen Zustand in der Gaststätte „Hexenhaus“, die schon seit längerem als Nazitreffpunkt in der Innenstadt gilt. AntifaschistInnen erfuhren auch in einem sozialen Netzwerk von dem Gerücht, dass die Neonazis eine Party machen wollen. Darauhin sammelten sich einige AntifaschistInnen auf einer Fußgängerbrücke nahe des Schützenhauses, um Öffentlichkeit zu schaffen, Übergriffe von Nazis verhindern zu können und um die Party im Auge zu behalten.

Entgegen den Aussagen der Polizei, die davon sprach, dass die Feier „absolut keine Außenwirkung“ hatte und es ebenso kein Gegröhle gab oder Lieder zu hören waren, sagten AugenzeugInnen dieser Party etwas ganz anderes: So wurde berichtet, dass einige Neonazis draußen mit Böllern geworfen haben und drinnen „Sieg Heil!“-Rufe und Rechtsrock zu hören war. Wie eine Party allerdings ohne Musik auskommen soll, bleibt wohl das Geheimnis der Polizei.

Angemietet hatte das Schützenhaus laut Medienberichten ein junger Mann mit Glatze, welcher unauffällige Kleidung getragen habe. Nach Information der Lingener Tagespost „handelt es sich bei dem Mann um einen vorbestraften und zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteiltem Schläger aus der rechten Szene.“ Wahrscheinlich ein Mitglied der „Kameradschaft Emsland“. Dieser ist lediglich wegen der Anmietung der Räumlichkeit ein Mitglied des Schützenvereins geworden, da dieses nur an Mitglieder vermietet werden darf.

Nachdem bekannt wurde, dass dort eine Party der Neonaziszene stattfand, reagierte der Schützenverein korrekt und schnell. Öffentlich distanzierte sich der Verein von der Party und der neonazistischen Szene. Weiter wurde gesagt, dass von nun an mehr darauf geachtet werde, wer die Räumlichkeiten anmiete und das die Person die Räumlichkeiten auf jeden Fall nicht mehr bekomme.

Durch die Veröffentlichung des Hintergrunds der Party, konnte den Neonazis ein Raum genommen werden, der wahrscheinlich noch öfter hätte genutzt werden können und sollen.

Jetzt heißt es aufmerksam zu bleiben und darauf zu achten, ob die Neonazis nach neuen Räumen Ausschau halten und dann gegebenenfalls zu agieren und auch diese Räume den Neonazis streitig zu machen.

Keinen Platz für Nazis! …in Lingen und anderswo!

Links zu dem Thema:

Lingener Tagespost:
„Rechte Szene feiert im Schützenhaus an Schwedenschanze in Lingen“

Lingener Tagespost:
„Rechte Szene feiert in Lingen: Schützenverein entschuldigt sich“

NDR:
„Ärger für Lingener Schützen nach Neonazi-Party“