Das NPD-“Flaggschiff“ in Lingen

Nachdem die NPD am Freitag, den 11.01.2013, ihre Wahlkampftour zur Landtagswahl bereits in Osnabrück durchgeführt hatte, und dort von 300 GegendemonstrantInnen übertönt wurde, machten sich die Nazis mit ihrem französischem Kleinlaster, den sie selber als „Flaggschiff“ bezeichnen, auf den Weg nach Lingen.

Die Fahrt auf den Marktplatz um ca. 15 Uhr verlief allerdings nicht so, wie von der NPD geplant. Ein Lokalpolitiker hatte z.B. spontan die Idee, sein Büro zu entrümpeln, und lies kurzerhand einen Container dort hinstellen, sodass das „Flaggschiff“ sowie die beiden anderen mit Nazis besetzte Bullis nicht den regulären Weg auf den Marktplatz fahren konnten. Es ging also für die Nazis nur durch eine Nebenstraße weiter. AntifaschistInnen machten daraufhin eine Sitzblockade, sodass für die NPD am Rand des Marktplatzes Schluss war.

Die Polizei war bis zu diesem Zeitpunkt sichtlich überfordert, sodass es noch vor der Kundgebung zu direktem Kontakt zwischen den NPD-Nazis und GegendemonstrantInnen kam. Ein Gegendemonstrant wollte verständlicherweise nicht von Martin Götze gefilmt werden, hielt seine Hand vor die Kamera und drückte Götzes Kamera weg. Daraufhin schlug Götze mit seiner Hand in das Gesicht des Gegendemonstranten. Schläge von Christian Fischer, Landesvorsitzender der JN Niedersachsen, folgten. Ein couragierter Antifaschist griff in das Geschehen ein, schubste Fischer weg, um weitere Schläge zu verhindern. Dann kam Sebastian Schmidtke, Vorsitzender der NPD-Berlin, hinzu und schlug mit seinem Regenschirm auf den eben eingreifenden Antifaschisten ein. Erst nachdem Fischer und Schmidtke noch einige Schläge machen konnten, war die Polizei in der Lage einzugreifen. Festgenommen wurde jedoch niemand, obwohl Körperverletzungen begangen wurden. Ein Video des Lokalsenders ev1.tv dokumentiert diesen Übergriff der Nazis. Laut der Polizei, die mit etwa 60 BeamtInnen im Einsatz war, wurden Ermittlungsverfahren gegen die drei angreifenden Nazis, aber auch gegen GegendemonstrantInnen eingeleitet.

Die Kundgebung verlief dann so wie fast alle bisherigen Kundgebungen der so genannten „Niedersachsentour“ der NPD. Das ständige Rufen, Pfeifen und Krach machen der 500 GegendemonstrantInnen sorgte dafür, dass niemand die Hetzreden der NPD hören konnte. Auch einige Eier fanden ihr Ziel: Das „Flaggschiff“.

Neben den angereisten NPD-Kadern kamen auch einige regionale Nazis zu der Kundgebung. Darunter Michael Himmel, Moritz H., Jürgen Hinze, Andre Lüken (alle aus Lingen), Tobias Richter (Haselünne), Thorsten Biernat (Geeste) sowie ein weiterer Nazi. Andreas und Stefanie Frese aus Emsbüren beobachteten die Kundgebung aus der Entfernung. Lüken und Richter, die eine Zeit lang noch unerkannt in der Menge der GegendemonstrantInnen standen, wurden von AntifaschistInnen in Richtung NPD-Kundgebung befördert.

Nach etwa einer Stunde der Hetze verließen die Nazis unter lautem Gepfeife den Marktplatz.

Das NPD-“Flaggschiff“ konnte zwar nicht versenkt werden, jedoch wurde dafür gesorgt, dass niemand die Propaganda der Nazis verstehen konnte.

Keinen Platz für Nazis – in Lingen und anderswo!

Einstellung aller Ermittlungsverfahren gegen GegendemonstrantInnen!

Mehr Infos:

Linksunten.Indymedia: „NPD-Flaggschiff in Lingen“

Neue OZ: „NPD flüchtet vom Marktplatz in Lingen“

Unbekannt, Michael Himmel und Thorsten Biernat

Jürgen Hinze, Tobias Richter und Andre Lüken
Jürgen Hinze, Tobias Richter und Andre Lüken