Archiv für März 2013

Meppen: Neonazi vor Gericht

Am 26.02.2013 fand vor dem Amtsgericht Meppen eine Gerichtsverhandlung gegen den 26-jährigen Neonazi Jörg Schikora aus Meppen statt.

Dieser soll laut Staatsanwaltschaft zusammen mit anderen Personen eine schwere Körperverletzung begangen haben. Ereignet hatte sich der Vorfall vor dem Rockpalast in Meppen. Vorausgegangen war diese Körperverletzung eine Auseinandersetzung mit mehreren Nazis im Rockpalast. Draußen folgten Schläge und Tritte gegen den Kopf des Opfers, auch dann noch, als dieses schon auf dem Boden lag.

Jörg Schikora, sowie einige „seiner“ ZeugInnen sagten aus, dass Schikora sich nur verteidigt hätte. Diese ZeugInnen teilen mit Schikora alle das gleiche Weltbild. Darunter seine Freundin Anna J. (Meppen), Arnim Dannenberg und Juliane Kosse (beide Haren), die sich nach eigenen Aussagen gar nicht mit den Neonazis hätte abgeben dürfen. Aber dazu gleich mehr.
Andere ZeugInnen, darunter das Opfer, Thekenpersonal, TürsteherInnen, PolizistInnen sowie weitere Gäste des Rockpalasts sagten anders aus, sodass zumindest Schikora eindeutig als Täter und Aggressor identifiziert werden konnte.
Ein Anwalt unterstütze Schikora bei seinen Aussagen. Er schüchterte durch lautes Einreden ZeugInnen mit Gegenaussagen ein und verdrehte Aussagen komplett. Ein möglicher politischer Hintergrund dieser Tat wurde in der gesamten Verhandlung nicht erwähnt.

Begleitet wurde Schikora nicht nur von den eben genannten drei ZeugInnen, sondern auch von dem Neonazi Friedrich Griepenburg (Meppen).

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Schikora eine Körperverletzung begangen hat und verurteilte den einschlägig vorbestraften Angeklagten zu einer Geldstrafe von 1500 Euro.

Nach der Urteilsverkündigung verließen die Nazis gemeinsam das Amtsgericht. Darunter auch die schon genannte Juliane Kosse. Kosse saß zusammen mit ihrem Freund Niklas Lohmann am 07.01.2013 selber auf der Anklagebank im Amtsgericht Meppen wegen Körperverletzung, ebenfalls im Rockpalast begangen. Zusammen haben sie dort einen Linken verprügelt. Damals distanzierten sich beide von der rechten Szene. So sagten beide aus, dass sie keinerlei Kontakte zur rechten Szene haben und neonazistisches Gedankengut für indiskutabel halten. Beide Verfahren werden, sofern Auflagen erfüllt werden, eingestellt.

Neonazis die Räume nehmen!
Rechte Aktivitäten öffentlich machen!


Jörg Schikora (links) auf einem Naziaufmarsch am 12.01.2013 in Magdeburg (Quelle:http://www.lfa.blogsport.de/2013/01/13/naziaufmarsch-in-magdeburg-am-12-01-2012/ )

Frei.Wild? Nein, danke!

Auch wir unterstützen den Aufruf des Bündnisses „Kein Frei.Wild in Aurich – Rechtspopulismus das Geweih stutzen“, rufen euch dazu auf zahlreich zu erscheinen und ein Zeichen gegen das geplante Frei.Wild Konzert zu setzten. Am 12.04.2013 sollen zuerst eine Kundgebung und abends ein Gegenkonzert stattfinden.

Frei.Wild ist eine Deutschrockband deren Texte provokant und patriotisch ausgelegt sind. Sänger der Band „Phillip Burger“ war in seiner Jugend Sänger der Neonazi-Band „Kaiserjäger“ und später aktives Mitglied in der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheitlichen“. Heute singt er als Frontmann der Band Frei.Wild über „Heimatliebe“, „böse Gutmenschen“ und Religionen die nicht in sein „deutsches Südtirol“ passen.
Kein Wunder: Phillip Burger hat sich zwar von der Neonaziband- und Parteivergangenheit distanziert, aber nicht aus ideologischen Gründen, sondern aus Sorge um die Band.
Desweiteren gilt Frei.Wild, trotz eindeutigen von völkischen und nationalistischen Klischees bedienten Zeilen wie „Heimat heißt Volk, Tradition und Sprache“ nicht als Rechtsrockband sondern als Grauzoneband. Vor allem bei Jugendlichen ist die Band beliebt. Bedenken wegen einer möglichen Nähe zur rechten Szene liegen kaum vor. Auf ihren Konzerten mischen sich immer wieder Neonazis unter das Publikum und vor allem nach Konzerten kam es vermehrt zu Übergriffen auf Menschen die nicht in das Weltbild einiger Frei.Wild-Hörer passten.

Wir möchten klarstellen, dass Frei.Wild eine Band mit rechten Texten ist und zum erleichterten Einstieg in die rechte Szene beiträgt. Daher rufen wir, mit „Kein Frei.Wild in Aurich – Rechtspopulismus das Geweih stutzen“, zu einer Demonstration gegen das Konzert in der Sparkassenarena auf und laden im Anschluss zu einem Alternativ-Konzert ein.

Mehr Infos dazu:
Kampagne: „Kein Frei.Wild in Aurich“

Facebook: Antifaschistisches Gegenkonzert

Informationstext über Frei.Wild