„Jeden Tag ’ne gute Tat“

Wir dokumentieren hier den Bericht „Jeden Tag ’ne gute Tat“ von der Antifaschistischen Aktion Nordhorn zu dem Berufungsverfahren des ersten Vor­sit­zen­den vom NPD Un­ter­be­zirk Ems­land/Graf­schaft Bent­heim To­bi­as Rich­ter.

Dass das In­ter­net kein rechts­frei­er Raum ist, dürf­te jetzt so lang­sam auch der erste Vor­sit­zen­de des NPD Un­ter­be­zirks Ems­land/Graf­schaft Bent­heim To­bi­as Rich­ter be­grif­fen haben. Der 32-​jäh­ri­ge muss­te sich am Don­ners­tag, den 26.​06.​2014, vor dem Land­ge­richt Os­na­brück ver­ant­wor­ten. Er soll am 31.​07.​2013 einen Link zu dem Lied „Assi“ der Na­zi­band „Kom­man­do Freis­ler“ in dem so­zia­len Netz­werk face­book ge­pos­tet haben. Tat­vor­wurf: Volks­ver­het­zung und Ge­walt­dar­stel­lung sowie Ver­stoß gegen das Ju­gend­schutz­ge­setz, da dies je­de_r ein­se­hen konn­te.

Ge­kom­men ist Rich­ter zwar nicht mit einem An­walt, dafür aber mit der Sze­ne­grö­ße Da­ni­el „Gigi“ Giese, der erst vor kur­zem u.a. auch wegen Volks­ver­het­zung vom Ober­land­ge­richt Ol­den­burg ver­ur­teilt wurde, nach­dem die­ser gegen die Ur­tei­le des Amts­ge­richts Mep­pen sowie des Land­ge­richts Os­na­brück in Be­ru­fung ge­gan­gen ist.

Auch Rich­ter ist in sei­nem Ver­fah­ren in Be­ru­fung ge­gan­gen, da er sich lie­ber einen Frei­spruch wünsch­te. Schon zuvor hat Rich­ter gegen einen Straf­be­fehl Wi­der­spruch er­ho­ben, so­dass das Ver­fah­ren über­haupt erst vor Ge­richt ge­lan­det ist und das Ur­teil vom Amts­ge­richt Mep­pen in fi­nan­zi­el­ler Hin­sicht ein klei­nes Biss­chen bes­ser war als der Straf­be­fehl.


Tobias Richter – Quelle: Recherche Nord – NPD-NIEDERSACHSEN 49TER LANDESPARTEITAG

In dem ver­link­ten Lied singt die Band „Kom­man­do Freis­ler“ davon, dass ein Jude vor eine S-​Bahn stürzt bzw. „stol­pert“ und von die­ser über­rollt wird und stirbt. Der Sän­ger fin­det dies in dem Lied aber gut, und sagt: „Jeden Tag ‘ne gute Tat“.

Das Ge­richt sah in die­ser Ver­lin­kung die Tat­vor­wür­fe als er­wie­sen an und ver­warf die Be­ru­fung, so­dass 90 Ta­ges­sät­ze á zehn Euro blei­ben.

Dem schon mehr­fach vor­be­straf­ten, u.a. wegen Sach­be­schä­di­gung, Be­lei­di­gung, Be­trug, Trun­ken­heits­fahrt und Volks­ver­het­zung, bleibt es jetzt über­las­sen, ob er die Stra­fe ak­zep­tiert oder er­neut in Be­ru­fung geht.

Links:

NOZ:

Volksverhetzung: NPD-Chef aus dem Emsland vor Gericht

Landgericht Osnabrück: Berufung von NPD-Chef abgewiesen

Blick nach rechts:

Volksverhetzer und Devotionalienhändler