Archiv für Januar 2015

12. Januar 2015 – NoPEGIDA-Demonstration

Am Abend des 12. Januars 2015 folgten ebenso einige unserem Aufruf zu der NoPEGIDA-Demonstration in Lingen. Mit Fahnen, Schildern, Transparenten und Flyern kritisierten wir den Rassismus der Mitte, solidarisierten uns mit Geflüchteten und erteilten PEGIDA eine Absage.

Flyer: Kein Verständnis für RassistInnen

Pressespiegel:

Ems-Vechte-Welle: #NoPegida-Demo mit 3000 Teilnehmern

Grafschafter Nachrichten: Mehr als 2000 Menschen in Lingen gegen Pegida

NOZ (live): Rund 2000 Menschen setzen ein Zeichen in Lingen

NOZ: Lingen setzt bei Demo Zeichen mit Gänsehautgefühl


Das Problem heißt Rassismus – Keine Ruhe der Mitte!


Herrschende Verhältisse hinterfragen, statt Feindbilder zu schüren!


Ihr fühlt euch bedroht von Flüchtlingen in Booten? Wir fühlen uns bedroht von rassistischen Idioten!

NoPEGIDA Demonstration in Lingen

Seit Ende 2014 formiert sich in mehreren Städten der Bundesrepublik die PEGIDA-Bewegung (Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes) und bringt über 1000 Menschen auf die Straße. Vorreiter und Geburtsort von PEGIDA ist die sächsische Stadt Dresden, in der zuletzt am 05.01.2015 18000 RassistInnen aller Couleur ihre menschenfeindliche Hetze skandierten. Aufhänger der „besorgten Bürger“ ist das Vordringen der islamistischen Terrormiliz IS (Islamischer Staat). PEGIDA befürchtet daraufhin eine „Islamisierung des Abendlandes“ und propagiert mit der Parole „Vereint gegen Glaubenskriege auf deutschem Boden“.
Dass es sich bei der Bewegung nicht um einen ernsthaften Kampf gegen den IS handelt wurde schnell deutlich. Abgesehen davon, dass in Dresden gerade mal ein Bevölkerungsanteil von 0,4% Muslime leben, machen Schlagwörter wie „Überfremdung“ und Sprechchöre mit „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ eine pure Abneigung gegenüber allem „Fremden“ deutlich. Auch in Interviews ist es leicht zu erkennen, welcher Natur diese Massenbewegung ist.
Diejenigen, die bei PEGIDA mitmarschieren sind Ausdruck einer rassistischen gesellschaftlichen Mitte, welche in den vergangenen Jahren mit einem antimuslimischen Rassismus ála Thilo Sarrazin zunehmend gepushed wurde.

Als eine antifaschistische Kampagne sehen wir uns in der Pflicht, sich sowohl gegen verbalen, gewalttätigen als auch staatlichem Rassismus auszusprechen.Wir sind solidarisch mit allen von Rassismus betroffenen Menschen und unterstützen die Organisation Geflüchteter und Migrant*Innen gegen ihre prekären Lebensbedingungen in Europa und Deutschland.

Deshalb teilen wir den Aufruf zu der #nopegida-Demonstration vom FORUM JUDEN CHRISTEN im Altkreis Lingen e.V. Diese beginnt am 12.01.2014 um 18:00 Uhr am Lingener Bahnhof.

FORUM JUDEN CHRISTEN traut sich, Sie alle zu bitten, mit uns zu einer großen Solidaritätsdemonstration
zusammenzukommen, die wir uns als das Gegenstück zu dem vorstellen, was als Montagsdemonstrationen
inzwischen, angestiftet von PEGIDA, durch bereits viel zu viele deutsche Städte geistert.
Es geht hier in Lingen darum, ein machtvolles Zeichen des Mutes und der Ermutigung gegen dumpfe und unüberlegte Affekte zu setzen. Affekte, die über Worte wie “Überfremdung” und “Islamisierung” nicht hinaus kommen und rationalem Kalkül, dass solche Affekte leicht als unrealistisch entlarven könnte, gar nicht mehr zugänglich sind.

FORUM JUDEN CHRISTEN ist angesichts solcher Bewegungen hellwach und in höchstem Maße besorgt. Denn auch vor hundert Jahren wurde die Ausgrenzung abertausender deutscher und von Millionen europäischer Juden und anderer unliebsamer Bürgerinnen und Bürger ihrer Staaten nach genau demselben Muster inszeniert und fabriziert – am Ende tödlich. Und auch damals war die Rede von der fremden Rasse und der Überfremdung.

Im Unterschied zu damals ist es heute obendrein aber sogar so, dass unserer Gesellschaft gar nichts Besseres als Zuwanderung passieren kann und es ist andererseits auch so, dass wir an der Verankerung des Menschenwürdebegriffs und der Unteilbarkeit der Menschenrechte in unserer Gesellschaft keine Zweifel mehr haben dürften, haben sollten – eben wegen der speziellen deutschen Geschichte.

Angehen tut uns das, was da neuerdings auf deutschen Straßen passiert, noch dazu begleitet von schlecht gesungenen Weihnachtsliedern, aber alle! Denn wir alle stehen in der Verantwortung unserer deutschen Geschichte und sind aufgerufen, dabei mitzuhelfen, dass sie sich NIE wiederholt.

Deshalb bitten wir Sie mitzutun. Denn das, was jetzt zu tun ist, kann tatsächlich nur als Gemeinschaftswerk gelingen. Und Gemeinschaft gelingt nur in Solidarität.

Als Termin haben wir den 12. Januar 2015, 18.00 Uhr, vorgesehen (s.a.www.robertkoop.wordpress.com). Bitte, richten Sie Ihre Rückmeldungen, da ich selbst nach Weihnachten nicht in Lingen bin, an den stellver retenden Vorsitzendes des Forums, Herrn Michael Fuest, E-Mail: michael.fuest(at)ewetel.net

Mit herzlichem Dank für Ihr Verständnis für diese ausßergewöhnliche Art und Form von Weihnachtsgruß und mit guten Wünschen für Sie alle für ein dennoch frohes und schönes Weihnachtsfest grüße ich Sie im Namen des FORUMs JUDEN CHRISTEN sehr herzlich!

Ihr Dr. med. Heribert Lange, M.A.
Vorsitzender FORUM JUDEN CHRISTEN
im Altkreis Lingen e.V.

Anbei ein Redebeitrag unserer Kampagne zum Rassismus aus der Mitte. Dieser kommt vom Protest gegen das Lunikoff-Konzert des 10. Oktobers 2013 in Groß Berßen. Nach wie vor eine aktuelle Thematik: Das Problem heißt Rassismus