Archiv für März 2015

Kategorie C Konzert nun in die Niederlande verlegt

Die Ems-Vechte-Welle berichtet, dass laut der Polizei die Rechtsrockband nun ihr Konzert in die Niederlande verlegt hat. Nachdem der Landkreis Emsland und die Grafschaft Bentheim ein Verbot ausgesprochen hat, sowie der Vermieter von Anlage und Räumlichkeit absagte, weicht Kategorie C für den 21. März 2015 aus.

Hier geht es weiter zum Artikel: Weicht Neonazi-Band für Konzert in Niederlande aus?

PM: Kategorie C Auftritt in der Region

Wie an verschiedenen Stellen bereits berichtet, plant die rechte Hooligan-Band „Kategorie C“ am 21.3.2015 ein Konzert im Raum südliches Emsland / Grafschaft Bentheim. Klick hier! Mittlerweile sprach die Stadt Meppen in Kooperation mit den Landkreisen Emsland und der Grafschaft Bentheim ein Konzertverbot für diesen Bereich aus. Das Konzertverbot umfasst den Zeitraum vom 20. – 22. März 2015. Klick hier!

Dennoch ist nicht gänzlich davon auszugehen, dass kein Konzert der rechten Hooliganband an diesem Tag stattfindet. Der Band stehen noch Optionen offen, welche in der Vergangenheit schon ausgenutzt wurden, den Auftritt durchzuführen. Einerseits könnte die Band ihre Konzertplanung stärker geheim halten oder ein Privatgrundstück in der Umgebung der beiden oben genannten Landkreise in Anspruch nehmen. Auf dem ersten Veranstaltungsflyer, zu dem 21. März, wurde zudem Ostfriesland in der Ortsbeschreibung erwähnt. Eine Verbotsverfügung liegt in dieser Gegend unseres Wissens nicht vor.

Aus Erfahrungen antifaschistischer Gruppen lässt es sich verzeichnen, dass Kategorie C nach Verboten gerne Konzerte außerhalb der BRD stattfinden lässt. Ein Stattfinden mit Grenzübertritt zu den Niederlanden ist daher nicht auszuschließen. Im September 2014 hat die Band für ein Konzert im Raum Kaiserslautern eingeladen. Nach einem Verbotsverfahren wurde die Veranstaltung dann ins angrenzende Frankreich auf ein Privatgrundstück in Walschbronn verlegt. Weiteres dazu hier!

Letztere Möglichkeit der Band ist das Einreichen einer Klage gegen die Verbotsverfügung. Falls diese durchkommt, steht dem Auftritt juristisch nur wenig entgegen.

Die Band um Frontmann und Neonazi Hannes Ostendorf ist ein wesentliches Verbindungselement zwischen Neonaziszene und rechten Hooligans. Die Band bezeichnet sich selbst nicht als vordergründig politisch, sondern schlicht als „Fußballrock“. Dennoch vertritt sie in ihren Texten neben ihren klassischen Themen Fußball und Gewalt auch rassistische Positionen („Deutschland dein Trikot, das ist schwarz und weiß, doch leider auch die Farbe deiner Spieler.“) und tritt auch regelmäßig zusammen mit Neonazi-Bands auf.

„Kategorie C“ zählt heute zu den aktivsten Bands der rechten Szene. Die Band hat in der Vergangenheit vergeblich versucht, im musikalischen Mainstream Fuß zu fassen. Es gelang ihnen zwar, eine Fanbasis aufzubauen, die über die klassische Rechtsrock-Szene hinausreicht, dennoch wurden sie aus guten Gründen immer als Band der rechten Szene wahrgenommen.

Die rassistisch und nationalistisch geprägte Fokussierung auf Fußball und Gewalt etabliert eine rechte, sich nach außen hin als „unpolitisch“ bezeichnende Jugendkultur, stellt einen Anziehungspunkt für nach rechts offene Jugendliche dar und bietet somit einen Einstieg für zukünftige AktivistInnen der Neonazi-Szene.

Die Band hat sich mittlerweile wieder verstärkt auf die rechte Szene zubewegt und setzte sich in letzter Zeit für die Unterstützung der sog. „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) ein. Die Konzerte der Band werden konspirativ organisiert, der Veranstaltungsort wird den TeilnehmerInnen erst am Veranstaltungstag mitgeteilt. So sollen Proteste und Verbote erschwert werden. Das Klientel solcher Veranstaltungen besteht fast durchweg aus gewaltbereiten Hooligans und Neonazis. Regelmäßig kommt es im Zusammenhang mit „Kategorie C“-Konzerten zu Gewalttätigkeiten mit rassistischem Hintergrund.

Als im Oktober 2014 5000 rechte Hooligans und Neonazis zu einem Aufmarsch unter dem Motto „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) in Köln zusammenkamen, lieferte „Kategorie C“ den Soundtrack und spielte zu Beginn der Demo ein Konzert für die TeilnehmerInnen. Im Anschluss daran kam es zu stundenlangen Ausschreitungen und zahlreichen Übergriffen auf MigrantInnen, Linke, JournalistInnen usw.

Auch in der Region Emsland / Grafschaft Bentheim gibt es große Affinität der regionalen Neonaziszene zur Band Kategorie C und der Hooliganszene. So fand im Anschluss an die HoGoSa-Kundgebung in Hannover am Abend des 15. November bei dem Lingener Neonazi Daniel Borker eine Party mit etwa 20 Personen statt. Regionale und überregionale Neonazis, sowie HoGeSa Kundgebungs-TeilnehmerInnen feierten mit lauter Rechtsrockmusik in der Gartenlaube auf einem Grundstück in Lingen-Holthausen/Biene. Näheres dazu hier!
Dieser hiesige Neonazi betont im sozialen Netzwerk Facebook ebenso immer wieder sein Sympathie mit Kategorie C und willigt schon Schlafplätze für die Nacht des Kategorie C Konzertes ein.

Anlässlich der Ankündigung des „Kategorie C“-Konzertes haben sich verschiedene antifaschistische Gruppen und Einzelpersonen aus der Region Emsland / Ostfriesland / Grafschaft Bentheim zusammengeschlossen. Ein Sprecher betont: „Trotz eines Verbotes werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um dieses rassistische Konzert zu boykottieren und Öffentlichkeit dagegen zu schaffen. Wir rufen die BetreiberInnen von möglichen Veranstaltungsorten auf, genau hinzuschauen, wer bei ihnen feiern möchte, und der Band die Nutzung der Location zu verweigern. Auch bereits bestehende Verträge können wieder gekündigt werden. Insbesondere wollen wir jetzt BetreiberInnen von Räumlichkeiten in den angrenzenden Gebieten der Grafschaft und des Emslandes warnen, weil ein Ausweichort realistisch ist.“
Wir werden euch über dem Blog der Kampagne auf dem Laufenden halten, sowie über den Veranstaltungsort und mögliche Proteste informieren.
Falls ihr Informationen über das Kategorie C Konzert aufschnappt, könnt ihr euch gerne bei uns melden: keinenplatzfuernazis@riseup.net. Mit eurer Hilfe können wir dem rassistischen Treiben von „Kategorie C“ und deren Fans entschlossen entgegentreten.

- Kampagne „Keinen Platz für Nazis …in Lingen und anderswo!“
- Antifaschistische Aktion Nordhorn
- AntifaschistInnen aus Ostfriesland